Fieber bei einer Katze ist ein Symptom, das meist auf eine Erkrankung hinweist. Dabei erhöht der Körper seine Temperatur, um das Immunsystem zum Beispiel bei der Abwehr von Krankheitserregern zu unterstützen. Bemerken Immunzellen solche Eindringlinge, entsenden sie Botenstoffe, die mit dem Blut zum Wärmeregulationszentrum des Gehirns gelangen. Diese Hirnregion heißt Hypothalamus. Von dort erfolgen verschiedene „Befehle“ an den Körper, etwa Muskelzittern und die Verengung von Blutgefäßen an der Körperoberfläche, die zu einer Erhöhung der Körpertemperatur führen. Fieber ist durchaus sinnvoll, denn dadurch können bestimmte Abwehrmechanismen rascher ablaufen – dies hilft dem Körper, mit einem Infekt schneller und effizienter fertig zu werden. Fieber kommt neben Katzen bei allen Säugetieren und weiteren Tierarten vor.
Ab wann hat eine Katze Fieber?
Eine Katze hat Fieber, wenn sich ihre Körpertemperatur über den Normalwert erhöht. Bei den meisten Säugetieren und anderen Tierarten liegt die normale Körpertemperatur höher als bei gesunden Menschen. So beträgt sie bei einer gesunden Katze etwa zwischen 38,1 und 39,1 °C. Innerhalb dieser Werte kann die Körpertemperatur etwas schwanken, abhängig von der Tageszeit, der Aktivität und der Außentemperatur. Erwärmt sich der Körper einer Katze hingegen auf 39,2 °C oder mehr, spricht man von Fieber. Mitunter führen starker Stress, extreme körperliche Anstrengung oder hohe Außentemperaturen zu einer überhöhten Körpertemperatur. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um Fieber, sondern um eine Überhitzung. Der Fachbegriff hierfür lautet Hyperthermie. Der Körper der Katze versucht durch verschiedene Mechanismen (z. B. Erweiterung der Blutgefäße, Hecheln, Schwitzen an den Pfoten) seine Temperatur zu senken – reichen diese jedoch nicht aus, kommt es zur Überhitzung.
Was sind die Ursachen von Fieber bei der Katze?
Katzenfieber kann unterschiedliche Ursachen haben. Sehr oft sind Infektionen mit Bakterien, Viren oder Parasiten, seltener auch Pilzen, der Grund. Beispiele für typische Infektionskrankheiten bei Katzen sind unter anderem folgende:
- Katzenschnupfen bzw. Katzenschnupfen-Komplex
- Infektion mit dem felinen Leukämievirus (FeLV)
- Infektion mit dem felinen Immunschwäche-Virus (FIV)
- Ausbruch der felinen infektiösen Peritonitis (FIP)
- Toxoplasmose (eine parasitäre Erkrankung)
- Bakterielle Infektionen, z. B. bei einem Abszess durch Bissverletzungen und weitere Infektionen
Außerdem kann Fieber bei einer Katze durch innere Erkrankungen auftreten, etwa bei einer Leber- oder einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder bei Tumorerkrankungen.
Darüber hinaus kommt es nach einer Impfung der Katze des Öfteren zu Fieber. In diesem Fall täuschen die Impfbestandteile dem Immunsystem eine Infektion vor, mit dem Ziel, einen Schutz vor der jeweiligen Krankheit herzustellen. Fieber als Impfreaktion tritt in der Regel nur kurzzeitig auf und verschwindet von selbst wieder.
Woran merke ich, dass meine Katze Fieber hat?
Katzen können oft gut verbergen, dass sie Fieber haben oder krank sind. Es gibt jedoch einige Anhaltspunkte, die darauf hinweisen können, dass deine Katze Fieber hat. Verhält sich deine Samtpfote auffallend ruhig, schläft viel oder wirkt schlapp, könnte es sein, dass sie krank ist und fiebert. Möglichweise zeigt deine Katze bei Fieber außerdem weniger Appetit. Ähnlich wie bei uns Menschen kann bei Katzen Schüttelfrost auftreten. Dann kommt es vor, dass deine Katze zittert, obwohl die Raumtemperatur angenehm warm ist. Bei manchen Katzen bewirkt Fieber eine Steifigkeit der Muskulatur, was sich zum Beispiel in einem steifen Gang äußern kann. Oftmals ist die Nase bei Fieber trocken – dies ist allerdings kein sicheres Anzeichen für Fieber bei der Katze. Ein anderer Hinweis auf Fieber ist häufig eine erhöhte Puls- und Atemfrequenz. Letztlich lässt sich Fieber bei Katzen aber nur sicher erkennen, indem du Fieber misst.
Bevor du bei deiner Katze Fieber misst, trage auf die Spitze des Thermometers etwas Vaseline, Babyöl oder eine neutrale Fettcreme auf, damit es sich leicht und schmerzfrei einführen lässt. Bitte möglichst eine zweite Person, deine Katze während des Fiebermessens festzuhalten und sie ein wenig abzulenken. Führe die Thermometerspitze ausreichend tief, das heißt etwa zwei Zentimeter in den After ein, um die korrekte Temperatur im Köperinneren zu messen. Versuche, alle Bewegungen möglichst ruhig auszuführen, und sprich mit sanfter Stimme zu deiner Samtpfote, um sie zu beruhigen. Manche Katzen sind sehr kooperativ, während andere sich möglicherweise gegen das Fiebermessen wehren. Dann ist es besser, kein Fieber zu messen, um deine Katze nicht zu stressen oder sie versehentlich zu verletzen. Bleibe geduldig und versuche es gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt nochmal, wenn deine Katze entspannter ist. Um das Fieberthermometer nach dem Messen zu reinigen, eignet sich zum Beispiel 70-prozentiger medizinischer Alkohol aus der Apotheke. Trage etwas Alkohol auf ein Wattepad oder ein Kosmetiktuch auf, und wische die Thermometerspitze sorgfältig damit sauber. Verwende das Fieberthermometer ausschließlich bei deiner Katze.
Katze mit Fieber: Wann zum Tierarzt oder zur Tierärztin?
Hat deine Katze Fieber von 40 °C oder mehr, solltest du in jedem Fall tierärztlichen Rat einholen. Wann eine tierärztliche Konsultation erforderlich ist, richtet sich jedoch nicht ausschließlich nach der Höhe des Fiebers. Beobachte deine Samtpfote genau: Wirkt sie sehr schlapp oder nimmt kaum Futter oder Wasser zu sich? Dann ist es Zeit für einen Besuch in einer tierärztlichen Praxis – auch dann, wenn nur schwaches oder mäßiges Fieber besteht. Bei Symptomen wie Erbrechen, Durchfall, Atemnot oder allgemeiner Schwäche ist immer tierärztlicher Rat erforderlich, unabhängig davon, ob die Beschwerden von Fieber begleitet werden oder nicht. Insbesondere junge oder alte Katzen sowie Tiere, die aufgrund einer chronischen Krankheit geschwächt sind, gilt es, zeitnah untersuchen zu lassen, wenn Fieber auftritt.
Fieber bei der Katze: Was tun?
Wenn deine Katze Fieber hat, ist es wichtig, dass du ihr Ruhe gönnst. Sorge dafür, dass sie einen angenehm temperierten, ruhigen Ort hat, an dem sie sich ausruhen kann. Achte darauf, dass sie genügend Flüssigkeit aufnimmt. Unter Umständen kannst du deine Katze zum Trinken animieren, indem du mehrere Wasserschälchen aufstellst oder das Wasser mit etwas Brühe oder Thunfischsaft aromatisierst. Verabreiche deiner Katze niemals auf eigene Faust Medikamente gegen Fieber oder Schmerzen! Arzneimittel für Menschen wie Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure können bei Katzen zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen. Deine Tierärztin beziehungsweise dein Tierarzt kann entscheiden, ob es nötig ist, das Fieber bei deiner Katze zu senken, und bei Bedarf ein sicheres, für Katzen geeignetes Medikament verordnen.
Quellen:
Spencer SE, Knowles T, Ramsey IK, Tasker S. Pyrexia in cats: Retrospective analysis of signalment, clinical investigations, diagnosis and influence of prior treatment in 106 referred cases. J Feline Med Surg. 2017 Nov;19(11):1123-1130. doi: 10.1177/1098612X17733624. Epub 2017 Sep 7. PMID: 28880709; PMCID: PMC10816620.
Baumgärtner, W. Gruber, A. D.: Spezielle Pathologie für die Tiermedizin. Thieme Verlag 2020
Lutz, H. et al.: Krankheiten der Katze. Thieme Verlag 2019